Der Castor steht!

Am 7.11.2010 blockierte ein Gruppe unabhängiger Aktivist_innen den Castortransport mit radioaktivem Müll von La Hauge nach Gorleben bei Dalle (zwischen Celle und Uelzen). Durch die Ankettaktion mit drei fest gemachten Personen erzwangen sie eine ca. dreistündige Pause des Zuges. Hier die damals veröffentlichte Erklärung:

Was Kritiker_innen und Aktivist_innen schon vor Jahrzehnten wussten, ist inzwischen durch zahllose Studien, Gutachten und Erfahrungswerte belegt: Die Atomkraft ist eine Technologie ohne Zukunft. Strahlende Brennelemente auf Gleisen quer durch Frankreich und Deutschland zu karren ist ein enormer Unsicherheitsfaktor. Wichtiger noch: Es gibt weltweit kein sicheres Endlager für Atomschrott, wie die Debatte um den Standort Gorleben und die Erfahrungen mit dem gescheiterten Modell-Endlager Asse II eindrucksvoll offenbarten. Ebenso wie die Asse steht auch der Gorlebener Salzstock nicht für eine Lösung des Atommüllproblems, sondern für dessen Verlängerung. Zu allem Überfluss sollen die heutigen und die zukünftigen Generationen dieses unberechenbare Risiko auch noch für eine vollkommen unnötige und ineffiziente Technologie auf sich nehmen: Atomstrom ist weder flexibel, noch günstig, noch grün – zum Beispiel wegen des notwendigen Uranabbaus. Dieser findet unter menschenverachtenden Bedingungen bei ungenügenden oder nicht vorhandenen Strahlenschutzvorkehrungen für Arbeiter_innen und Anwohner_innen zumeist in den Gebieten indigener Völker oder anderer unterprivilegierter Gruppen statt. Das Uran wird um den Globus transportiert und straft die Worte von der heimischen Atomenergie lügen. Die Bedürfnisse und Interessen unzähliger Menschen entlang der Produktionskette sowie der Betroffenen eines eventuellen GAUs werden weiterhin ignoriert, wenn massive Polizeiaufgebote Castortransporte und längere Laufzeiten gegen die Proteste aus der Bevölkerung durchsetzen. Das und die Herrschaftsverhältnisse, aus denen die Atompolitik von oben entspringt, halten wir für nicht unverantwortbar. Deshalb möchten wir aktiv werden, unser Leben selbst in die Hand nehmen und in die Gestaltung der Welt um uns herum eingreifen. Um ein direktes Resultat zu erreichen und Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit des unabhängigen Engagements auch kleiner Gruppen von Menschen zu richten, haben wir uns für diese Aktionsform entschieden.

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Antirepressionsarbeit kostet Geld

Die Aktion wird ein rechtliches Nachspiel haben, welches Geld kostet.

Menschen, die die Aktion unterstützenswert finden und Geld entbehren können, können es auf folgendes Konto transferieren:

Name: „Spenden und Aktionen“
Stichwort: Castorblockade Dalle
Kontonr.92881806
BLZ: 513 900 00 (Volksbank Mittelhessen)

IBAN DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC VBMHDE5F

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Anti-Atom-Camp Münsterland 19.–27. Juli 2013

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